Fahrplan

  • Erfahrungshorizont
  • Aufgaben und Rollen der Bibliothek
  • Ein neues Publikationskonzept
  • Fazit

Editionen an der HAB

Aktuell laufende Projekte

  • 8 Drittmittel-finanzierte Projekte, davon
  • Klein(st)editionen von Referendaren, Stipendiaten, Praktikanten etc → Liste

Aufgaben der Bibliothek (1): Projektberatung

  • Beratung in der Antragstellung
  • Beschaffung von Digitalisaten
  • Beratung bei Lizenzfragen
  • Editionstheoretische Beratung

Editionstheorie (1): Das Sahle'sche Textrad

 

Sahle, Digitale Editionsformen, Bd. 3, S. 9ff.

Aufgaben der Bibliothek (2): Ausbildung

  • Schulungen der Projektmitarbeiter*innen (XML, TEI)
  • allgemeine Schulungen, z.B. im Rahmen des SCRIPTO-Kurses
  • Aushandeln der Kodierungspraxis
  • Projektplanung → ID-Bildung, für Referenzierung/Zitierung
  • Einführung in die Verwendung von Normdaten

Kodierungspraxis → Wechselwirkung von Daten und Präsentationen

Eine DE ist nicht, was man sieht, sondern was sie kann.

Thomas Stäcker, zuletzt DHd 2019

  • 'Sinn' ergibt sich erst aus dem Zusammenspiel mit Verarbeitungsanweisungen
    • statische vs. dynamische Edition → Apparat-Kodierung vs. Apparat-Generierung
    • Textfluss kann mehrdeutig sein (z.B. <choice>)
  • 'Single-Source-Prinzip'

Normdatenverwendung

BereichNormdaten / kontroll. Vokabulare
Entitäten
Personen, Institutionen, etc
Handschriften, Werke
GND
RollenbezeichnungenMARC Relator Terms
KodikologieWertelisten
Datumsangaben?

Aufgaben der Bibliothek (3): Betreuung

  • technische Umsetzung (Publikation, Skripting)
  • interne Funktionalitäten der DE
    • Umschaltung von Sichten
    • Anordnung von Inhalten
    • Auswählen von beliebigen Inhalten
    • (automatisierte) Vergleiche von Textzeugen
    • Visualisierungen
    • Download
  • externe Funktionalitäten der DE
    • Quelldateien veröffentlichen (XML und XSLT)
    • Daten an Schnittstellen bereitstellen

Aufgaben der Bibliothek (4): Standardentwicklung

  • Mitarbeit bei der Richtlinienentwicklung
    • DFG
    • TEI
    • Katalogisierung

Rolle der Digital Humanities

  • Trotz der Rolle als Mitantragsteller wird die technische Betreuung oft als der inhaltlichen Bearbeitung nachgeordnet und damit "minderwertig" betrachtet.
  • Dies ist in der Regel dem hybriden Entwurf des Projektes geschuldet. → Der Druck steht (oft) noch im Vordergrund.

Aufgaben der Bibliothek (5): Die Langzeit...

  • Langzeitarchivierung vs. Langzeitverfügbarkeit
  • Bibliothek als Ort der Langzeitsicherung / -verfügbarkeit
    vgl. DFG "Förderkriterien für wissenschaftliche Editionen in der Literaturwissenschaft"
  • Archivierung braucht Archivare … und Archivare kassieren!
  • Forschung sollte entscheiden, welche Daten
    • aufgehoben werden sollen → Bitstream-Preservation geht immer!
    • verfügbar gehalten werden sollen → aufwändige Kuratierung

Personal

Bereichbisheriger Personaleinsatz
WDB-InfrastrukturStellenanteile (E 13 TV-L)
DE: Organisatorische Betreuung0,5 E 9 TV-L
DE: Inhaltliche BetreuungStellenanteile (E 13 TV-L)
DE: Anzahl der technischen Bearbeiteraus geförderten Projekte zus. ca. 3 VZE (E 13 TV-L)

 

  • Überlegungen, die Stellen zu poolen und Aufgaben querschnittsartig zu bearbeiten → setzt Umstrukturierung voraus
  • In-House-Kompetenz aufbauen

Aufgabe "Erneuerung Digitale Editionen"

  • Schätzung der einmaligen und laufenden Kosten
  • Themenfeld Infrastruktur
    • Workbench → Publikation + Archiv
    • Layoutoptimierung
    • Persistente Adressierung
    • Möglichkeiten zentraler Datenhaltung (Entitäten, Literatur)
    • Visualisierungen
  • Themenfeld Funktionalitäten
    • Startseite und Suchen
    • Schnittstellen (REST, Download, IIIF, LOD)
    • Nutzungsstatistik

Zitierfähigkeit als Erfolgsfaktor

Das Problem

  • DE werben gerne mit Flexibilität und jederzeit möglichen Erweiterung / Verbesserung.
  • Diese Verwendung hat die Zitierfähigkeit und damit die wissenschaftliche Nutzung der DE unterminiert.

Lösungsansatz

  • Daten werden während der Barbeitung in der Workbench nur intern bzw. geschützt sichtbar gemacht.
  • Für fertige Dokumente erfolgt ein Publikationsakt, der versioniert wird und katalogisiert werden kann.
  • Publikationszyklen sollten klein sein.

Strategie für ein neues Publikationskonzept

  • Explizites Veröffentlichen generiert bibliographisch fassbare Produkte.
  • Über den Nachweis in den Katalogsystemen werden die Editionen sichtbarer.
  • Die wissenschaftliche Qualität steigt bei gleichzeitigem Einlösen der Versprechungen des Digitalen.
  • Die Überprüfung der wissenschaftlichen Qualität hat ein festes Ziel → RIDE


Mikropublikation

  • Wissenschaftlicher Austausch kann auch kleinste Details betreffen.
  • Es bedarf der Zuweisung von wissenschaftlichen Credits.

Veröffentlichung: Formatvielfalt (erwünscht)

  • Statt eines Formates (gibt | braucht) es eine Vielzahl für unterschiedliche Zwecke.
  • Präsentationsformat → volle Pracht der ausgezeichneten Texte, zur Repräsentation des Projektzieles
  • Suchformat → vor-verarbeitetes Format
    • Struktur vereinfacht
    • Ambiguitäten wie z.B. <choice>s aufgelöst
    • um "Nebendokumente" wie z.B. Normdaten angereichert
  • Archivformat → DTABf?
  • Datenaustauschformate → Schnittstellen

Fazit: Arbeitsweisen in der DE

  • abstrahierende Arbeitsweise
  • Projektplanung → u.a. ID-Bildung, für Referenzierung/Zitierung
  • Mashup → Nachnutzung plus Anschlussfähigkeit durch Normdaten (z.B. Beacon)
  • Postmoderne Literaturtheorie
    → Leser als Autor der Edition vs. 'gesichertes Wissen'
  • Zukunft des Forschens → Annotieren per IIIF → Forschungsumgebung
  • möglichst offene Lizenzierung → CC / OA vs. Open Content

Fazit: Rolle der DH

  • Absprachen zwischen inhaltlichen Bearbeitern und technischen Betreuern → DH essentiell
  • Rückgewinnung der Arbeitsteilung Produktion / Publikation
  • Review-Kultur → inhaltliche und technische Begutachtung
  • DHd 2018: 'Kritik der digitalen Vernunft' → digitale Quellenkritik

<Ende/>